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    Fachtagung am 27.September 2007

    Neue Energie für Pankow  

    Wege zu einer innovativen Nutzung des Botanischen Volksparks Blankenfelde

     

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    Am Donnerstag, den 27.09.07, fand im Bezirksamt Pankow (BVV-Saal) eine Fachtagung unter dem Titel „Neue Energie für Pankow“ statt. Veranstalter war der Förderverein Volkspark Botanische Anlage Blankenfelde e.V.
    Die Veranstaltung wurde im Rahmen unseres Netzwerkprojekts gefördert durch das Land Berlin und den Europäischen Sozialfonds (ESF).

    Es kamen mehr als 70 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik, aus der Verwaltung, aus Forschungseinrichtungen, aus Schulen und Vereinen sowie interessierte Pankower Bürger.

    Dem breiten Spektrum der Teilnehmer wurde die Fachtagung durchaus gerecht:

    Zunächst sprach Almuth Nehring-Venus, die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen über die Klimaschutzziele Ber­lins. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Ergänzung der Botanischen Anlage Blankenfelde um einen Energiepark, der insbesondere auch für Bildungszwecke genutzt werden soll, im Interesse der gesamten Stadt liegt. Gleichfalls begrüßte sie die Idee eines sozialen Stadtteilbetriebes. Wörtlich fügte Frau Nehring-Venus hinzu: “Das Land Berlin unterstützt den Bezirk bei dem ambitionierten Vorhaben und sieht jetzt nach anfänglichen Schwierigkeiten eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt und Förderverein.“

    Im Anschluss berichtete der Bezirksbürgermeister von Pankow Matthias Köhne über den Stand der Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Schaugewächshäuser. Vor einem Jahr wurden dafür finanzielle Mittel in Höhe von ca. 1,0 Mio. Euro durch die Lotto-Stiftung bereitgestellt. Inzwischen sind die Plan­unterlagen durch die Senatsverwaltung geprüft wieder zurück in Pankow. Allerdings haben sich die Baukosten nun auf 1,7 Mio. Euro erhöht. Über die Deckung des Defizits machte Herr Köhne noch keine Aussagen.

    Im Namen des Fördervereins begrüßte Lars Klinkmüller die Teilnehmer der Tagung. In seinem Beitrag stellte er in den Mittelpunkt, dass seit 2001 engagierte Bürger in Pankow Ideen für eine behutsame Weiterentwicklung der Botanischen Anlage durch die Errichtung eines Energieparkes entwickeln. Nach Vorstellungen des Fördervereins sollen alle neuen Facetten des Volksparkes künftig unter einem Dach als soziales Unternehmen betrieben werden, in dem der Bezirk natürlich weiterhin eine zentrale Rolle spielen soll. Ziel sei es, aus den Erträgen der „Profit-Bereiche“ (Biogasanlage, Biomassehof …) die „Non-Profit-Bereiche“ (Bildungsangebote für Schulen, Öffentlichkeitsarbeit …) zu finanzieren.

    Der für Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung zuständige Bezirksstadtrat Michail Nelken wollte sich mit der ihm zugedachten Rolle als „Bedenkenträger“ nicht anfreunden. Er war andererseits nicht bereit, Zusagen zur Genehmigungsfähigkeit des Energieparkes unter Umgehung des Baurechtes (Bauen im Außenbereich) und den Belangen des Denkmalschutzes zu machen. Allerdings machte er dennoch Mut, dass vernünftige Lösungen im Interesse der Bürger gefunden werden können.

    Mit Beiträgen der Amtsleiters im Amt für Umwelt und Naturschutz (AUN) und dem NABU (Katrin Koch) zur Einzigartigkeit der Botanischen Anlage in Geschichte und Gegenwart wurde der erste Teil der Fachtagung abgeschlossen.

    Im zweiten Block wurden einzelne Techniken (Biogasanlage, Wassernutzungskonzept, En-O-Trak) sehr detailliert und fachlich kompetent erläutert. Dabei wurden die Zuhörer zuweilen an ihre Grenzen geführt. Dennoch haben auch fachliche Laien entnehmen können, dass hier Elemente eines innovativen Gesamtkonzepts vorgestellt wurden, das eine Bereicherung für Pankow sein kann.

    Nach der Mittagspause wurden im dritten Block Organisationsstrukturen anderer Projekte im Bereich Umwelt/ Erneuerbare Energien vorgestellt. Parallelen wurden insbesondere zum Ökowerk Berlin deutlich, einem seit Mitte der 80-er Jahre am Teufelssee im Grunewald ansässigen Projekt. Um Partizipation von Bürgern an der Energieversorgung ging es im Beitrag des Solarvereins Berlin, der sich mit der Organisation von Bürger-Solaranla­gen beschäftigte.

    Im letzten Block ging es um Fragen der Bildung und Gesundheitserziehung. Zunächst wurden Schülerarbeiten vorgestellt, die sich mit der Botanischen Anlage beschäftigten. Daran beteiligten sich die Rudolf-Dörrier-Grundschule sowie das Rosa-Luxemburg-OS und das Carl-von- Ossietzky-Gymnasium.
    Besondere Beachtung fand der ausführliche Vortrag der Leiterin der Pankower Gartenarbeitsschule Angelika Gersdorff. Ihr war anzumerken, dass ihr diese Arbeit mit den Kindern viel Spaß bereitet. Allerdings beklagte sie auch die sehr knappe personelle Ausstattung. Das was früher einmal als reguläres Unterrichtsfach „Schulgarten“ hieß, wird heute nur noch von wenigen Schulen aus der näheren Umgebung regelmäßig genutzt. Frau Gersdorff machte deutlich, wie wichtig dieses Fach insbesondere für die allseitige Entwicklung unserer „Stadtkinder“ sei.

    In der abschließenden Diskussion formulierten die Teilnehmer ihre Wünsche an ein Konzept für den Botanischen Volkspark. Da sprach eine Lehrerin davon, dass die Botanische Anlage künftig stärker als das heute möglich ist, in den naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe II einbezogen werde und auch Themen für die 5. Prüfungskomponente abgeleitet würden. Eine andere junge Frau verlangt, dass aber die Kultur zwischen all der Technik und Botanik nicht zu kurz kommen dürfe. So sollten die bestehenden Räumlichkeiten für (geeignete !) Konzerte und Ausstellungen genutzt werden. Ein älterer Herr bot die Einbeziehung des „Senior Expert Service“ an.


    Mit der etwas philosophischen Aussicht „Zukunft wächst im Park – Volkspark des 21. Jahrhunderts“ endete die Fachtagung am späten Nachmittag.

     

    erste Eindrücke (Fotos: Wolfgang Jarnot http://www.stadt-um-bau.de)


     

    Das Programm (pdf)



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    Stand: 18.09.2008

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